Bepflanzung und Gartenpflege
Die Ausgangslage
Bevor rund um Schloss Trauttmansdorff ein botanischer Garten angelegt wurden, war das Gelände landwirtschaftliche Nutzfläche: Die Hänge waren mit Weinreben bepflanzt oder von Robinien überwuchert; den Talbereich wiederum prägten extensive Obstanlagen.In die Planung der Gärten wurden lediglich die teilweise aufgelassenen landwirtschaftlichen Flächen miteinbezogen. Der durch Spazierwege erschlossene, natürlich gewachsene Flaumeichenwald gehört heute zu den Landschaften Südtirols. Damit entstand ein sehr reizvoller fließender Übergang zwischen der umliegenden Landschaft und den intensiv gestalteten Bereichen des botanischen Gartens.
Pflanzenankauf
Um bereits dieser Generation einen gewachsenen botanischen Garten zu bieten, konzentrierte sich der Ankauf von Pflanzen auf groß gewachsene Exemplare. Für die Naturlandschaften wurden vor allem botanische Arten (und keine gezüchteten Sorten) gesucht, die im Handel schwer erhältlich sind. Einige ambitionierte Baumschulbesitzer in Europa sammeln und pflanzen schon seit Generationen Gehölz-Raritäten aus aller Welt. Aus deren Fundus konnten die Gärten Bäume und Sträucher erwerben.Die Bepflanzung des Steilgeländes mit bis zu 12 m hohen Bäumen machte vielfach den Einsatz von Spezialmaschinen (Hebebühnen, Kräne) und Hubschraubern notwendig. Besonders gewichtige Exemplare (bis zu 5 t) mussten per Sondertransport angeliefert werden.
Seit der Eröffnung der Gärten im Juni 2001 wird der Pflanzenbestand laufend erweitert und ergänzt.
Pflanzen- und Samenaustausch
Mehrere botanische Gärten in Deutschland stellten den Gärten von Schloss Trauttmansdorff besondere Gehölze für die Auspflanzung im Freien zur Verfügung, da diese für die notwendige Überwinterung in ihren Gewächshäusern zu groß geworden waren. Für die Gestaltung der Landschaften Südtirols steuerte die Abteilung „Forstwirtschaft“ der Südtiroler Landesverwaltung Gehölze bei. Zahlreiche Pflanzen der mediterranen Sonnengärten stammen von der Ente Foreste Sardegna in Sardinien.Mit mehreren botanischen Gärten in Europa und auf der ganzen Welt pflegen die Gärten von Schloss Trauttmansdorff einen ständigen Samenaustausch.
Gartenpflege
Ein Großteil der Gartenbereiche befindet sich in Hanglage. Das begrenzt einerseits die Einsatzmöglichkeiten von Gartenmaschinen und stellt andererseits eine besondere Herausforderung an das Gartenpersonal. Bei der Pflege im extremen Steilgelände – beispielsweise in den nahezu vertikalen Blühenden Lehmwänden – verrichten die Gärtnerinnen und Gärtner ihre Arbeit hängend, fast wie in einem richtigen Klettergarten.In der betriebseigenen Gärtnerei des Land- und Forstwirtschaftlichen Versuchszentrums Laimburg werden Pflanzen für die Wechselbepflanzung kultiviert, um Kontinuität bei der Qualität von Pflanzenmaterial bieten und langfristig kostengünstiger agieren zu können.
Überwinterung
Die Pflanzen in den Gärten von Schloss Trauttmansdorff sind größtenteils im Freiland ausgepflanzt. Vor allem Sukkulenten und die Zitrusgewächse in der Limonaia benötigen einen wirksamen Frostschutz, deshalb sind diese Gartenbereiche den Winter über komplett überdacht. Frostempfindliche Kübelpflanzen überwintern im Gewächshaus der angrenzenden Gärtnerei. Andere empfindliche Exemplare werden im Gelände mit Winterschutz ausgestattet.Energie und Wasserversorgung
Als zukunftsorientierter, innovativer Betrieb betrachten die Gärten von Schloss Trauttmansdorff einen möglichst schonenden Umgang mit Energieressourcen sowie eine weitgehend belastungsfreie Pflege der Pflanzen als eine ihrer zentralen Aufgaben.Eine umweltfreundliche Holzhackschnitzel- (850 KW) und Gasanlage (900 KW) beheizen die gesamte Gartenanlage inklusive Schloss, Restaurant und Besucherzentrum. Ein neues Wirtschaftsgebäude wurde als Klimahaus B errichtet. Die insgesamt rund 700 m langen Wasserläufe und die drei Teiche (ca. 15.000 m3) sind in einem geschlossenen Wasserkreislauf miteinander verbunden. Das für die Oberflur- und Tropfbewässerung benötigte Wasser wird aus eigenen Tiefbrunnen bezogen.










