Gartenhighlight 2021

In dieser Gartensaison feiern die Gärten von Schloss Trauttmansdorff ihren 20. Geburtstag. 2001 nach 7 Jahren Bauzeit eröffnet, sind sie heute eines der beliebtesten Ausflugsziele in Südtirol. Das 20-jährige Jubiläum feiern sie gebührend mit einem großen Gartenfest und weiteren Veranstaltungen. Zudem stehen die Gärten ganz im Zeichen der Biodiversität. Das Touriseum zeigt seine neue Sonderausstellung „Packen, schleppen, rollen – Reisegepäck im Wandel der Zeit“.

 

Biodiversität

Die Gärten von Schloss Trauttmansdorff stehen ganz im Zeichen der Biodiversität. Unter dem Motto „Diversity“ zeigen sie, wie wichtig biologische Vielfalt für Mensch, Tier und Pflanze ist.  

Die BesucherInnen begeben sich in der neuen Gartensaison auf einen Spaziergang durch vielfältige Gartenlandschaften, stoßen dabei auf bunte Blumenwiesen, alte Gemüsesorten und brummende Insekten. Hier und dort erfahren sie mehr über bunte Vögel, schlaue Wespen und fleißige Bienen. Und sie lernen, was im Kleinen für die biologische Vielfalt getan werden kann. Im ganzen Garten verteilt finden sich wissenswerte Informationen, kuriose Fakten und hilfreiche Tipps.

Wie spannend und vielfältig das Thema Biodiversität ist, wird anhand verschiedener Infotafeln im Garten veranschaulicht:

BLUMENWIESEN

Blumenwiesen sind Hotspots der Biodiversität. Warum drohen sie zu verschwinden?

ALTE GEMÜSESORTEN

Alte Gemüsesorten sind robust, schmackhaft und enthalten wertvolle Inhaltsstoffe. Doch sie geraten immer mehr in Vergessenheit …

PFLANZENSTÄRKUNG

Konventionelles sowie biologisches Pflanzenschutzmittel sucht man in den Gärten von Schloss Trauttmansdorff vergebens. Pflanzenstärkung und Bodenbelebung sind die wahren Wundermittel, auf die sich die GärtnerInnen verlassen.

FLIEßGEWÄSSER

Natürliche Fließgewässer und ihre Uferbereiche sind ein wertvoller Lebensraum für zahlreiche Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen. Viele Gewässer werden jedoch trockengelegt, kanalisiert oder verbaut.

TOTHOLZ

Totholz bietet vielen bedrohten Tierarten einen wertvollen Lebensraum. Anders als der Name vermuten lässt, geht es dort sehr lebendig zu.

BODENLEBEWESEN

Im Boden wimmelt es von Lebewesen. Den mit Abstand größten Anteil machen die Bakterien aus. Sie sind unerlässlich für die Zersetzung der organischen Substanzen. Was würden wir ohne sie machen?

BALKONPFLANZEN

Blüten, die viel Pollen und Nektar produzieren, sind ein Schlemmerparadies für Honigbienen, Hummeln, Wildbienen, Schwebfliegen, Schmetterlinge und Käfer. Deshalb sind sie auch auf dem Balkon oder der Terrasse gefragt.  

Studien

Die interessanten Ergebnisse folgender Biodiversitäts-Studien werden den BesucherInnen vorgestellt:

BLÜTENBESTÄUBER: Im Rahmen einer blütenbiologischen Studie wurden 2013 und 2014 in den Gärten von Schloss Trauttmansdorff 344 verschiedene Arten von Blütenbesuchern gesammelt, bestimmt und fotografiert. Bilder und Infos zu einigen davon gibt es im Garten zu entdecken.

   
Fotos von focusnatura.at

VÖGEL: In Rahmen einer vogelkundlichen Erhebung zwischen 2018 und 2019 wurden in den Gärten von Schloss Trauttmansdorff insgesamt 48 Vogelarten gezählt. Einige davon lernen die BesucherInnen im Garten kennen.

   
Fotos von Roberto Siniscalchi, Johannes Wassermann

Installationen

SEED BOMBING:
Das Künstlerduo Officinadïdue hat im Zuge seiner Arbeit das Jahresthema „Biodiversität“ zum Anlass genommen, sich mit der alternativen Aussaat-Methode „Seed Bombing“ zu beschäftigen. Ausgetrocknete oder abgeholzte Gebiete, die abgelegen oder schwer zugänglich sind, können durch sogenannte Samenbomben aus der Luft aufgeforstet werden. Die Idee von Officinadïdue besteht darin, handgeblasene Glaskugeln so zu installieren, dass sie den Anschein erwecken, sie würden von oben herunterfallen oder auf dem Boden oder dem Wasser ruhen. Die mit verschiedenen Samen gefüllten Glaskugeln sind an drei Orten im Garten zu finden: auf den Porphyrblöcken am Eingang der Gärten, auf der Oberfläche des Teichs in den Waldgärten und im Glashaus. 

Mit dem Projekt „Seed Bombing“ stellt das Künstlerduo die Zerbrechlichkeit des Lebens, des natürlichen Gleichgewichtes und der Artenvielfalt dar. 

XXL INSEKTEN:
Der italienische Künstler Lorenzo Possenti ist studierter Naturwissenschaftler und ein „wissenschaftlicher“ Bildhauer. Er hat sein künstlerisches Talent mit der Liebe zu Insekten kombiniert, um detailgetreue, überlebensgroße Insektenskulpturen zu schaffen. Seine Arbeiten wurden bereits weltweit in mehreren Museen ausgestellt. Für die Gärten von Schloss Trauttmansdorff hat Possenti eine Holzbiene auf einer Zistrosenblüte und Hauhechel-Bläulinge (Schmetterlinge) auf einer Aster realisiert. Beide Insekten wurden im Rahmen einer Studie zu den Blütenbesuchern zwischen 2013 und 2014 in den Gärten von Schloss Trauttmansdorff erhoben und fotografiert. Das Projekt zeigt, wie wichtig die Interaktion zwischen Insekt und Blüte bei der Bestäubung für den Erhalt der Pflanzenund Tiervielfalt ist. 

ZWILLINGSBEET:

Der britische Garden Designer und Bestsellerautor Noel Kingsbury hat anlässlich des Jahresthemas „Biodiversität“ ein Blumenbeet in den Gärten von Schloss Trauttmansdorff und eins in der Stadt Meran gestaltet, ein Zwillingsbeet sozusagen. Dabei hat er farbenfrohe und langblühende Stauden ausgewählt, die vom Frühjahr bis in den Herbst Blüten tragen. So wird das Beet zu einem Schlemmerparadies für viele Wildbienen und andere Insekten. Die Pflanzung von trockentoleranten Stauden ist eine nachhaltige Alternative zum Sommerflor, da sie langlebiger ist und den Insekten mehr Nahrung bietet. In den Beeten wachsen verschiedene Salbeisorten, Küchenschelle, Mädchenauge, Katzenminze, Astern, Fetthennen, Färberkamille, orientalischer Mohn, Beifuß, Schafgarben, verschiedenste Gräser und viele andere bunte Stauden.