Neue Areale mit fleischfressenden Pflanzen! - 02.10.19

Die Gärten zeigen an zwei neuen Schauplätzen fleischfressende Pflanzen aus den Tafelbergen Venezuelas und den in Südtirol vom Aussterben bedrohten dunkelgelben Wasserschlauch. 

In einer Vitrine im Glashaus der Gärten wachsen seit Kurzem fleischfressende Pflanzen, die in den Tafelbergen Venezuelas zu Hause sind. Insgesamt gedeihen in der Vitrine 21 Arten fleischfressender Pflanzen aus 6 verschiedenen Gattungen. Darunter die Sumpfkrug-Art Heliamphora huberi, welche nach dem Meraner Botaniker Otto Huber benannt ist. Der Botaniker entdeckte die Pflanze während seiner Forschungsexpeditionen auf einem Tafelberg in Venezuela. Über 100 Pflanzenarten der Tafelberge sind heute nach Otto Huber benannt. 

 Zwei weitere Experten für fleischfressende Pflanzen, Dr. Mario Beretta und Filippo Tassara, haben in den Gärten eine Wanne für den dunkelgelben Wasserschlauch angelegt. Diese fleischfressende Pflanze ist in Europa sehr selten, 2001 wurde sie auch in Südtirol entdeckt. Dort ist sie an ihrem Naturstandort am Kalterer See bereits 2010 verschwunden. Die Gärten retten mit der Pflanzung des bedrohten Wasserschlauchs die ursprüngliche Population des Kalterer Sees. 

 Neben der Vitrine im Glaushaus und der Wanne mit dem bedrohten Wasserschlauch gibt es in den Gärten weitere Plätze an denen fleischfressende Pflanzen zu beobachten sind. Im heuer angelegten Moorbeet wachsen über 300 fleischfressende Pflanzen, eine auf dem Seerosenteich schwimmende Karnivoren-Insel zeigt ca. 70 Pflanzen und weitere zahlreiche Exemplare finden sich in der Schlossremise. Dort wird auf zwei Etagen die Ausstellung „Killerpflanzen – Die grünen Fleischfresser“ inszeniert. Der Karnivoren-Experte Thomas Carow aus Deutschland pflanzte die fleischfressenden Exemplare im Rahmen der Ausstellung und zeigte sich begeistert: “Mir ist nicht bekannt, dass es eine Ausstellung mit einer so großen Anzahl an fleischfressenden Pflanzen bereits gegeben hat.“

Die Ausstellung „Killerpflanzen – Die grünen Fleischfresser“ ist noch bis zur Schließung der Gärten am 15. November geöffnet. Die Vitrine im Glashaus, die Wanne und das Moorbeet haben ab dieser Saison einen festen Platz in den Gärten und können auch in den kommenden Jahren besichtigt werden.