Boom 70
Themenausstellung des Touriseum in der Remise von Schloss Trauttmansdorff
Die 70er und 80er Jahre – Südtirol befindet sich im Umbruch und wirtschaftlichen Aufschwung. Der moderne Gast reist mit seinem Auto an und erreicht so auch abgelegenere Regionen. Die Nächtigungszahlen explodieren. In der Themenausstellung 2025 erzählen Zeitzeuginnen und Zeitzeugen vom Aufeinanderprallen völlig gegensätzlicher Welten.
Die Ausstellung im Touriseum lädt dazu ein, diese spannende Zeit des Wandels durch die Erinnerungen von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen nachzuerleben. An sechs Themeninseln berichten sie vom Aufeinanderprallen gegensätzlicher Welten: Industrie versus Fremdenverkehr, Armut versus Moderne, Kirche versus Bikini – sowie von den Bedürfnissen der Gäste, die oft im Gegensatz zu denen der Kinder standen.
Die Erzählungen gewähren Einblick in die Entscheidungen, die zur Förderung des Tourismus in den ländlichen Gebieten führten, in die ersten Begegnungen mit Gästen, die vor allem Frauen eine neue Rolle als Gastgeberinnen eröffneten, und in die freundschaftlichen Beziehungen mit den Menschen aus den großen Städten, die den bäuerlichen Familien ein „Fenster zur Welt“ boten. Und sie berichten auch von den Herausforderungen, die der touristische Aufschwung mit sich brachte: Gleichzeitig thematisieren sie auch die Herausforderungen des touristischen Aufschwungs: den Verlust der Privatsphäre, den Einfluss neuer Lebensstile, eine rasante Bautätigkeit sowie ausbeuterische Arbeitsbedingungen. Die Interviewausschnitte stammen aus über 70 Gesprächen, die 2024 und 2025 im Rahmen des Forschungsprojekts „Tourismus in Südtirol 1961 bis 1983“ für das Touriseum geführt wurden. Die umfassenden Ergebnisse wurden im Herbst 2025 in der Publikation „Wilde Jahre. Tourismus in Südtirol 1961 - 1983“ veröffentlicht, die das Ausstellungsthema vertieft. Doch wie wurden diese Jahre persönlich erlebt?