Forschungsprojekte 


Ausgehend von der regionalen Entwicklung erforscht das Touriseum die Kulturgeschichte des Tourismus als globales Phänomen aus der Sicht der Reisenden und Bereisten.

Theodor Christomannos - eine Quellensuche

Im Herbst 2025 startete das Touriseum ein umfassendes Forschungsprojekt zu Theodor Christomannos (1854–1911), einer der Schlüsselfiguren des alpinen Tourismus um 1900. Ausgangspunkt war eine wertvolle Schenkung von Jutta Heugl, Enkelin des Tourismuspioniers. Der Nachlass umfasst handschriftliche Aufzeichnungen, Familiendokumente, Fotografien, Zeitungsartikel und persönliche Objekte. Mit dieser einzigartigen Sammlung wird ein lange bestehendes Desiderat Realität: die wissenschaftliche Aufarbeitung von Leben und Werk Christomannos. Im Rahmen des vom Betrieb Landesmuseen geförderten Projekts „Theodor Christomannos – eine Quellensuche“ wird das Touriseum in Archiven in Meran, Bozen, Innsbruck, München und Wien nach weiteren Quellen recherchieren. 
Ziel ist es, das Wirken des Tourismuspioniers kritisch zu beleuchten und seinen Nachlass der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Christomannos ließ sich 1884 in Meran nieder und prägte von dort aus maßgeblich die touristische Entwicklung Südtirols: Er setzte sich für den Bau wichtiger Straßen- und Bahnverbindungen ein, engagierte sich in Hoteleriegesellschaften, wirkte als Landtagsabgeordneter und war zugleich begeisterter Alpinist sowie Vorsitzender der Sektion Meran des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins. Das Forschungsprojekt legt besonderes Augenmerk auf bislang wenig erforschte Bereiche – darunter die Familiengeschichte, sein weit verzweigtes Netzwerk, seine Rolle als Alpinist und seine politische Tätigkeit. Mit dieser Initiative würdigt das Touriseum eine außergewöhnliche Persönlichkeit, deren Ideen und Visionen bis heute nachwirken. Das Forschungsprojekt ist auf 24 Monate angelegt und kooperiert mit dem Alpenverein Südtirol. 
Für unsere Forschungen sind wir auf der Suche nach Dokumenten, Briefen, Fotografien oder anderen Unterlagen, die mit Christomannos oder mit Projekten in Zusammenhang stehen, an denen er beteiligt war. Befinden sich in Ihrer Familie Dokumente, Fotografien oder andere Materialien, die mit Theodor Christomannos oder seinen Projekten in Verbindung stehen? Dann würden wir uns sehr über Ihre Hinweise freuen!
Kontakt Touriseum: Karin Maringgle, karin.maringgele@touriseum.it

Das Architekturbüro Brüder Ludwig

Seit 2024 betreut das Touriseum – Südtiroler Landesmuseum für Tourismus gemeinsam mit der Universität Innsbruck ein Forschungsprojekt mit dem Titel „Das Architekturbüro Brüder Ludwig“. Im Zentrum der Untersuchungen steht die Bautätigkeit der Brüder Alois (1872–1969) und Gustav Josef Ludwig (1876– 1952). Aus Brünn (heute: Brno, CZ) stammend, eröffneten sie nach ihrer Ausbildung bei Otto Wagner bzw. in den USA Büros in München und Bozen und realisierten als Brüder Ludwig bis zum Ersten Weltkrieg zahlreiche Villen, u. a. für den Schriftsteller Thomas Mann. In Wien verwirklichten sie ein großes Verwaltungsgebäude nahe dem Schwarzenbergplatz und in Südtirol so bemerkenswerte Grandhotels wie das Parkhotel Laurin in Bozen und das Palasthotel Wielandhof in Gossensass. 2022 wurden in Meran Originalpläne der Brüder Ludwig wiederentdeckt, die ein Jahr später als Schenkung an das Touriseum übergingen. Von tourismushistorischer Bedeutung sind auch die familiären Zusammenhänge der Architekten. Der Schwiegervater von Alois Ludwig war der ebenfalls aus Brünn stammende Industrielle Friedrich Wannieck (1838–1919). Er war nicht nur langjähriger Kurgast in Meran, sondern auch Bauherr einer Villa und Förderer des lokalen Obst- und Weinbaus. Mit ihm „reisten“ radikale politische Ideen nach Südtirol, die zusammen mit seiner Biografie Gegenstand eines gesonderten Forschungsteils sind.

Kontakt Projektleitung: Priv.-Doz. Dr. phil. Bettina Schlorhaufer, bettina.schlorhaufer@uibk.ac.at
Kontakt Touriseum: Sabine Viktoria Kofler, MA, sabine.kofler@touriseum.it

Vergangene Forschungsprojekte

Kontaktperson Forschung



MARION LADURNER