VIII - Das Hotel König Laurin in Bozen, 1909-1911
Ausstellung im Foyer "Architektur auf Reisen"
04/11/2026
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08/11/2026
Architektur auf Reisen
Touriseum
Grandhotel als Gesamtkunstwerk
Die Brüder Ludwig konzipierten einen geschlossenen, kastenförmigen Baukörper. Seine Straßenseite akzentuierten sie mit einem großen Eingangsbaldachin, seitlich davon schlossen sie Terrassen aus Marmor an. Die darüberliegenden Fassaden versahen sie mit Balkonen und horizontal verlaufenden Gesimsen. Zu den schönsten Dekorationen der Front zählen Fruchtgirlanden. Für die Umsetzung solcher Motive erstellten sie Handzeichnungen im Format 1 : 1. Manche der wenigen erhaltenen Entwürfe befinden sich heute in der Sammlung des Touriseums.
Die Arbeit der Brüder Ludwig beschränkte sich nicht nur auf den Bau des Hotels mit seinen 125 Zimmern, von ihnen stammt auch die Innenausstattung. Internationales Flair, Funktionalität und Wohnlichkeit waren ihr Ziel. Dabei orientierten sie sich am britischen Möbeldesign des 18. Jahrhunderts, das sich in der Belle Époque wieder großer Beliebtheit erfreute. In seiner stilistischen Vielfalt zwischen Barock, Rokoko und Klassizismus befriedigte es (fast) jeden Publikumsgeschmack.
Architekten wie die Brüder Ludwig kopierten historische Vorlagen aber nicht, sondern überarbeiteten sie. Sie „modernisierten“ Formen und integrierten die komfortablen Innovationen der Zeit in ihre Konzepte.
So fassten sie etwa das elektrische Licht – passend zu den barockisierend gestalteten Räumen – in reich verzierte Luster.
Den Höhepunkt dieser „Kreuzungen“ von Geschichte und Gegenwart bildeten die Fresken der Laurin-Sage eines zeitgenössischen Künstlers in der Hotelbar.